Jens Weber
Angekommen?
Unser Reporter hat die Alsamous fast eineinhalb Jahre lang begleitet, mit den Eltern und Kindern gesprochen und notiert, welche Erfahrungen sie bislang in der neuen Heimat gemacht haben.
Es waren nicht nur gute.

Die Angst der Familie Alsamou hätte mit dem 11. September 2013 ein Ende finden können. An diesem Tag steigen die Alsamous am Flughafen in Beirut in ein deutsches Flugzeug. In roter, schnörkelloser Schrift steht „Hamburg Airways“ auf der Maschine. Das Flugzeug hebt ab, und die Angst, die Ungewissheit vor dem, was kommen mag, hätte immer kleiner werden können, winzig, bis sie verschwindet, sich in den Wolken auflöst. An Bord der Maschine befinden sich 107 syrische Flüchtlinge. Ziel: Hannover. Die Alsamous werden in das Auffanglager nach Friedland gebracht und von dort aus nach Rheinland-Pfalz, weit weg vom Bürgerkrieg in Syrien, weit weg von der Angst vor Bomben und Maschinengewehren.

Doch statt sich in den Wolken über dem Mittelmeer aufzulösen, wächst an jenem Mittwoch im September 2013 die Angst von Mohammad Alsamou. Und es ist die Ungewissheit vor dem, was der Krieg in Syrien mit seiner Tochter macht, die seine Frau Awash fast jeden Tag weinen lässt. Sieben Plätze hätten es sein sollen, die in dem Flugzeug reserviert sind. Nur sechs Familienmitglieder treten die Reise nach Deutschland an – Assia, die älteste Tochter, kehrt zurück nach Syrien, in das Kriegsgebiet, um sich um ihre Großmutter zu kümmern.

Der Rest der Familie reist in das sichere Deutschland. Mohammad Alsamou wird diese Reise zunächst bereuen. Eine Zeit lang wird er zweifeln, ob es richtig war, in das deutsche Flugzeug zu steigen. „Wären wir nur im Libanon geblieben, in Beirut!“, wird er auf Arabisch an einem Küchentisch in Müden an der Mosel sagen, als sich die Familie in einem baufälligen Haus wiederfindet und sich einsam und ausgegrenzt fühlt. Doch heute geht es der Familie besser.

 

Rückblende: Herbst 2012, Manbidsch.

 

Die Flucht der Alsamous beginnt im Herbst 2012 in einem Dorf bei Manbidsch, im Norden Syriens. Damals sind sie noch zu siebt: Mohammad, seine Frau Awash, Khawla, das hübsche Mädchen mit den hellwachen Augen. Badr, der beim Lachen seine Nase derart nach hinten zieht, dass viele kleine Falten um sie herum eine unbändige Freude verraten. Jihad, der ruhige Junge mit dem ernsten Blick. Ruwaida, die Jüngste, die oft so lächelt, als hätte sie jemandem einen Streich gespielt und könnte dieses Geheimnis nicht für sich behalten. Und Assia, die damals, als die Alsamous vor den Bomben des syrischen Diktators Assad fliehen, 15 Jahre alt ist. 

 

Der Vater: Mohammad Alsamou hatte oft Zweifel, ob die Flucht die richtige Entscheidung war.
Der Vater

Mohammad Alsamou ist ein einfacher Mann. Seine dunkle Haut durchziehen tiefe Furchen; er sieht älter aus, als er ist. Das Leben des 45-Jährigen ist von schwerer Arbeit auf dem Land geprägt. Bevor die Flucht der Alsamous beginnt, arbeitet er als Tagelöhner im Libanon und in Libyen. Die Familie hält in Syrien zudem ein paar Schafe, Ziegen, Hühner und eine Kuh. Mohammad Alsamou kann dadurch etwas Geld beiseitelegen. Als ihm im Laufe des Jahres 2012 klar wird, dass auch sein Dorf schon bald unter Beschuss geraten könnte, beschließt das Familienoberhaupt, Syrien zu verlassen. Von Deutschland wissen die Alsamous zu dieser Zeit nichts. Sie wollen nur weg. „Es gab keinen Schulunterricht mehr und kein Krankenhaus“, sagt der Vater. Hinzu kommt, dass ein Verwandter seiner Frau in der freien syrischen Armee gegen Assad kämpft. Es wird gefährlich für die Alsamous. Zwischenzeitlich ist ihr Dorf unter der Kontrolle der schiitischen Hisbollah, einer libanesischen Terrorgruppe, die in Syrien auf der Seite Assads kämpft. „Die haben uns, die auf dem Land leben, gehalten wie Sklaven“, schimpft er.

Mohammad Alsamou bezahlt Schleuser, die ihn und seine Familie aus Manbidsch in den Libanon bringen sollen. Die Kleinstadt Manbidsch liegt etwa 90 Kilometer nördlich von Aleppo. Sechs Familienmitglieder erreichen das libanesische Flüchtlingslager Bourj al-Barajneh. Die Tochter Assia kommt nicht mit. Sie reist mit ihrer Oma über den syrischen Grenzort Dscharabulus in die Türkei – nach Gaziantep. „Wir waren nicht sicher, wie die Situation im Libanon sein wird und wo wir unterkommen könnten. Assia ist eine junge Erwachsene. Also dachten wir, es wäre besser, sie nachzuholen, wenn wir richtig angekommen sind. Auch wegen ihrer Schulbildung hielten wir es zunächst für besser, dass sie bei meiner Mutter in Syrien bleibt“, erzählt Mohammad Alsamou. Im Herbst 2012 glaubt die Familie Alsamou noch, dass der Konflikt in ihrer Region nicht mehr lange andauern wird. Assia soll mit ihrer Oma ein, zwei Monate in der Türkei Schutz suchen und anschließend, wenn das Schlimmste vorüber ist, zurück nach Syrien gehen, um ihren Schulabschluss zu machen. Würde die schwierige Situation in der Heimat doch länger andauern, soll sie zu ihrer Familie in den Libanon kommen. Doch der Plan geht nicht auf. Mohammad Alsamou hat die Rechnung ohne die „Da'esh“ gemacht – so werden die Terroristen des selbst ernannten Islamischen Staats (IS) auf Arabisch genannt. Für sie ist das Töten in Syrien der Dschihad, der „Heilige Krieg“.

Für die Alsamous ist dieser Krieg nicht heilig, sondern gefährlich. „Islamisten haben in unserem Dorf einen Verwundeten getötet, ihm den Kopf abgeschlagen und auf einen Pfahl gesteckt – zur Abschreckung“, erzählt der Vater. 

 

Im libanesischen Flüchtlingslager Bourj al-Barajneh leben die Alsamous rund vier Monate lang in einem Keller unter einer Moschee. In dem ehemaligen Lagerraum hausen zwischen 20 und 40 Menschen. „Jeder wollte dort weg und nutzte die erste Gelegenheit, die sich bot, um woanders zu wohnen“, erzählt Mohammad Alsamou. Immer wieder quälen den Familienvater Gewissensbisse. War die Flucht wirklich die richtige Lösung? Stößt seiner Familie etwas zu, trägt er als Familienoberhaupt die Verantwortung. Als sich die Situation in ihrem Heimatdorf beruhigt und die Alsamous glauben, dass die Freie Syrische Armee endgültig die Kontrolle über das Gebiet erkämpft hat, kehrt Assia mit ihrer Oma aus der Türkei zurück nach Syrien. Der Rest der Familie verharrt im Libanon. Dann wird Mohammad Alsamous Frau Awash schwanger, und die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen bietet den Alsamous an, nach Deutschland zu reisen. Die Familie wird aus humanitären Gründen in Deutschland aufgenommen. 

 

Oktober 2013, Kreisverwaltung Cochem.
Seit einem Jahr ist die Familie Alsamou auf der Flucht und gerade in Cochem angekommen.

 

Nader Breijawi ringt nach Worten. Er stockt. Es geht nicht um seine Tochter. Die Familie Alsamou, deren Schicksal ihn so beschäftigt, hat er erst vor wenigen Wochen kennengelernt. Aber die Vorstellung, eine Tochter auf der Flucht aus Syrien zu verlieren, dass eine Minderjährige noch immer wenige Kilometer vom stark umkämpften Aleppo verharrt, lässt sein schmales Gesicht verkrampfen. Er selbst stammt aus Syrien und hat sich bereit erklärt, als Übersetzer zu helfen, wenn Flüchtlinge nach Cochem kommen. Im Herbst 2013 kamen die Alsamous.

Schweigend sitzt Mohammad mit seiner Familie an einem Konferenztisch in der Cochemer Kreisverwaltung. Breijawi hat seinen Platz an der Stirnseite des Tisches, als würde er diese Konferenz mit den Alsamous und den Vertretern der Kreisverwaltung leiten. „Das ist das Wichtigste. Die Tochter“, sagt er. Er lässt diesem Satz Zeit. Zwei, drei Sekunden Stille. Seine Augen fixieren in dieser quälenden Situation die Kreismitarbeiter. Gut zwei Meter graue Bürotischplatte liegen zwischen ihnen und der Familie Alsamou. In Wahrheit ist es ein tiefer Graben, der an diesem Tag nicht mehr überwunden wird.

Mit seinen Händen berührt Breijawi schließlich ein Blatt Papier in seinem grauen Aktenordner. Seine Augen richten ihre Aufmerksamkeit auf das Dokument. Darauf hat er notiert und nummeriert, was das Wichtigste ist. An erster Stelle steht: Assia Alsamou.

Der Übersetzer
Nader Breijawi kam einst selbst aus Syrien nach Deutschland. Er hilft den Alsamous zeitweise täglich.
Der Übersetzer

Nader Breijawi kam 1968 von Syrien nach Deutschland – in das andere Deutschland. Wegen seiner guten Studienleistungen bekam er ein Stipendium in der DDR. Er lernte fließend Deutsch zu sprechen und absolvierte ein Ingenieursstudium im sächsischen Zwickau. 1989 ging er mit seiner Frau, die damals in Thüringen lebte, in den Westen – bevor die Grenze offiziell geöffnet wurde. Er und seine Frau hatten einen Ausreiseantrag nach Syrien gestellt. Sie wollten eigentlich mit dem Auto in Breijawis Heimatland fahren und dann jedenfalls nicht mehr in die DDR zurückkehren. Als das Paar bemerkte, dass in ihren Dokumenten kein Grenzübergang für die Ausreise vermerkt war, entschloss es sich kurzerhand, in den Westen zu fahren. Es funktionierte. In Cochem machte Breijawi sich mit einem Ingenieurbüro für Anlagenbau selbstständig.

Seit ihrer Ankunft im September 2013 kümmert er sich ehrenamtlich um die Alsamous. „Ich wollte schon immer etwas Ehrenamtliches machen. Als der Bürgerkrieg in Syrien ausbrach, war die Zeit gekommen“, sagt er. Zunächst wollte er nur als Übersetzer helfen. Entwickelt hat es sich anders. Zeitweise sieht Breijawi die Familie Alsamou jeden Tag. Er besucht Awash Alsamou wenige Tage nach der Geburt ihres sechsten Kindes. Die Alsamous nennen es Rabieh – ein arabischer Name, der übersetzt Frühling heißt und für den Neuanfang in Deutschland stehen soll. Breijawi ist es, der die wichtigsten Behördengänge für die Familie erledigt. In den ersten Wochen nach ihrer Ankunft ist er der einzige Kontakt, den die Familie in Deutschland hat. Bei allen Arztbesuchen ist Nader Breijawi dabei und übersetzt. „Für meine Frau ist das eine große Belastung. Das weiß ich“, sagt er.

Bei ihrer Ankunft in Cochem im Herbst 2013 gehört die Familie Alsamou zu den ersten Flüchtlingsfamilien aus Syrien, die Rheinland-Pfalz ohne ein Asylbewerberverfahren offiziell aufnimmt. Sie gehören zu dem sogenannten 5000er-Kontingent. 5000 Flüchtlinge. So viel lässt die Bundesregierung zunächst legal ins Land einreisen. Später wird das Kontingent auf 10 000 und schließlich auf 20 000 Menschen erhöht. Nach UN-Angaben sind rund drei Millionen Syrer im Ausland auf der Flucht. Die 20 000 Kontingentsflüchtlinge, zu denen die Alsamous gehören, haben Privilegien. Sie dürfen arbeiten, bekommen Sozialleistungen vom Jobcenter, und die Verwaltung in dem jeweiligen Kreis muss sich um eine Unterkunft für sie kümmern. Für die Alsamous ist neben dem Jobcenter die Kreisverwaltung Cochem-Zell zuständig.

Deshalb sitzen sie im Oktober 2013 alle an einem Tisch: Der Übersetzer Breijawi, Vertreter der Kreisverwaltung und die Alsamous. „Es war sehr schwierig, eine geeignete Wohnung für die Familie zu finden“, sagt eine Mitarbeiterin der Kreisverwaltung. „Es ist unwürdig“, sagt Nader Breijawi. Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung schlucken. 

 

Die Mutter Awash Alsamou am Flughafen in Beirut. Foto: dpa

Oktober 2013, Müden.

Mit gebeugtem Haupt öffnet Mohammad Alsamou die Tür. Gestank kommt ihm entgegen. In dem Haus riecht es nach modrigem Papier und nach verbranntem Holz. Es sind die ersten kühlen Tage an der Mosel. Die Oktoberkälte ist in das Haus gekrochen, das in Müden steht und den Alsamous in Rheinland-Pfalz als Unterkunft zugewiesen wurde, bis der Krieg in Syrien aufhört. Mohammad Alsamou macht in der Küche das Licht an. Ein richtiges Fenster gibt es nicht, nur eins, hinter dem sich der Heizraum befindet. „Am Anfang ging die Heizung nicht. Der Öltank war leer“, sagt Nader Breijawi. Das war Anfang Oktober.

Grauer Teppich liegt im Wohnzimmer. In der Mitte schlägt er kleine Wellen; die ausgefransten Ränder stauchen an dem Wandschrank, der wohl aus den 70er-Jahren stammt. Das Zimmer ist schmal, an dem Esstisch muss man sich vorbeischieben. Ein dunkles Baumwolltuch verdeckt den dunkel gemusterten Stoff des Sofas, dessen Design wahrscheinlich vor rund 30 Jahren entworfen wurde. Doch das Tuch ist zu klein, um das graue 80er-Jahre-Muster vollständig zu verstecken.

Im Bad tropft Wasser von der Decke und fließt in einem kleinen, feuchten Streifen die Stromleitung entlang zum Lichtschalter. An der Decke wächst dunkler Schimmel. In den Kinderzimmern wohnen jeweils zwei Alsamou-Geschwister zusammen. Mehr als ein Doppelstockbett, ein Schrank und ein Tisch mit Stuhl passen nicht in die Räume.

Das neue Zuhause der Alsamous steht in Müden. Das kleine Weindorf hat einen Bahnhof, ein paar Weinstuben und rund 660 Einwohner. In Müden gibt es weder einen Bäcker noch einen Supermarkt. „Wir mussten sehr schnell Wohnraum beschaffen. Das ist in unserem Kreis nicht so einfach“, erklärt eine Mitarbeiterin der Kreisverwaltung.

„Das Schlimmste ist, dass wir die Sprache nicht sprechen können und keine Kontakte haben. Wir fühlen uns außerhalb der Gesellschaft“, sagt Mohammad Alsamou. Er legt seine großen, dünnen Hände auf den Tisch. Mit seinen Unterarmen stützt er seinen hageren Körper ab. „Wir hatten nicht viel im Libanon, aber wir fühlten uns dort besser.“

Die Alsamous sind in Müden nicht viel mehr als ein Gerücht. Fragt man im Dorf nach, wie die syrischen Flüchtlinge heißen, erhält man ein Schulterzucken als Antwort. Gehört habe man von „den Flüchtlingen“, aber wie viele es sind und wie lange sie bleiben, wisse man nicht.

In dem Mietvertrag der Alsamous steht, dass sie eine Extragebühr an den Vermieter bezahlen müssen. Nach Ansicht eines Caritas-Mitarbeiters, der sich den Vertrag angeschaut hat, ist das unüblich, denn für die Wohnung der Alsamous sollte allein das Jobcenter aufkommen. Das übrige Geld, das der Familie zusteht, ist eigentlich für Lebensmittel und Dinge des alltäglichen Bedarfs gedacht – zum Beispiel Schulmaterialien für die Kinder.

Das Haus der Alsamous ist unvermietbar – das bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung auch der Deutsche Mieterbund. Doch Asylbewerber und Flüchtlinge können sich schlecht wehren. Wie die Alsamous sprechen viele kein Deutsch oder Englisch. Die meisten wissen nicht, was ein angemessener Preis für eine Wohnung ist und welche Pflichten und Gesetze die Wohnungsanbieter einhalten müssen. Wo Unwissenheit so offensichtlich wird, gibt es immer auch Geschäftsmänner, die Geld wittern. Für Spottpreise kaufen sie heruntergekommene Immobilien auf, stellen ein paar alte Möbel rein, kaschieren eilig die schlimmsten Schadstellen und vermieten die Ruinen – zu Preisen, die für mängelfreie Wohnungen üblich sind. Froh, endlich eine Bleibe für die schlecht zu vermittelnden Immigranten gefunden zu haben, bezahlen die zuständigen Behörden bereitwillig. Trotz des stark sanierungsbedürftigen Zustandes der Wohnung der Alsamous liegt der Mietpreis nur geringfügig unter dem berechneten Richtwert des Jobcenters für die Unterbringung von sechs Menschen.

„Das Problem war die relativ kurze Vorlaufzeit. Die ersten Fälle kamen relativ zeitnah mit der neuen Regelung“, sagt Philipp Thönnes, Leiter des Jobcenters Cochem-Zell, und schiebt nach: „Das hilft den Kunden zunächst nicht weiter, das stimmt.“ Kreisverwaltung und Jobcenter blieben etwa zwei Wochen Zeit, um für die Alsamous eine Wohnung zu finden und zu klären, wer diese Aufgabe übernehmen muss. Denn für die sogenannten Kontingentsflüchtlinge gelten andere Regeln als für Asylbewerber – absolutes Neuland für die Behörden im Kreis Cochem.

In dem Dorf, das die Cochemer Beamten den Alsamous zugewiesen haben, gibt es zwar einen Bahnhof, doch auch das Bahnfahren wird zur Herausforderung, wenn man nur arabische, aber keine lateinischen Buchstaben entziffern und schreiben kann. Also fährt in den ersten Wochen nach der Ankunft der Alsamous Nader Breijawi mit der Familie zur Cochemer Tafel. 

Oktober 2013, Cochem.

Es ist 9 Uhr morgens, und etwa 20 Menschen warten auf Essen. Nader Breijawi und Mohammad Alsamou ziehen eine Nummer. „Alle bis zur Nummer zehn!“, ruft eine Tafelmitarbeiterin. Bewegung im Vorraum der Halle, der auch eine Garage sein könnte. Als Breijawi und Mohammad Alsamou durch die Tür der Halle gehen, schiebt sich eine kräftige Frau an den Menschen vorbei: „Ich muss durch“, raunzt sie Mohammad Alsamou an und stößt ihn weg. Der reißt die Augen auf, zuckt seinen Arm, an dem er die Berührung der Frau gespürt hat, zurück und wankt zur Seite. Es ist, als verliere er den Boden unter seinen Füßen. Mohammad Alsamou hat weder die Frau noch die Situation verstanden. Sein Gesicht ist voller Spannung. Es dauert ein paar Minuten, bis er sich wieder gefangen hat.

Nader Breijawi organisiert das Essen, spricht mit den Frauen, die mit blauen Handschuhen die Nahrungsmittel an ihren Ständen verteilen. Das funktioniert hier im Akkord.

Mohammad Alsamou ist nervös. Mit eingeknickten Knien steht der große Mann an einem Gemüsestand. Sein Mund ist geöffnet, als wollte er etwas sagen. Aber ihn würde ohnehin niemand verstehen. Also schweigt er. Seine Hände suchen Halt. In kleinen Schritten drängt die Menschenschlange zum Weitergehen. Alsamou geht Schritt für Schritt mit. Die Frauen stecken Tomaten, Eier, Pilze, leicht gebräunte Bananen und abgepacktes Geflügel in die Tüten. „Haben Sie Butter?“, fragt Breijawi. „Nein, leider heute nicht“, antwortet eine Mitarbeiterin. „Schmalz oder Öl?“ „Leider nein.“

Matilde Laux, die regelmäßig bei der Tafel Essen austeilt, greift in einen Korb und zaubert drei Packungen Kekse hervor. „Das ist bestimmt etwas für die Kinder“, sagt sie mit einer Melodie im Satz, die Mohammad Alsamou versteht, auch ohne die Übersetzung der Worte zu kennen. Im nächsten Augenblick widmet sich Laux der kleinen Ruwaida, die auf dem Arm ihres Vaters sitzt und das Treiben beobachtet. „Hallo junge Dame, schöne Frisur!“, ruft Matilde Laux dem Kind zu. Ruwaida schenkt der Frau ein Lächeln.

Mohammad Alsamou lacht und verneigt sich mehrmals leicht. Er sieht fast glücklich aus. Dabei ist der Familie in den ersten Monaten in Rheinland-Pfalz nur selten zum Lachen zumute. Der Verlust der Tochter und die Angst vor dem, was passieren könnte, in Syrien, im Kriegsgebiet, lastet schwer auf der Familie. Wenn man Mohammad Alsamou fragt, ob die Situation in seinem Heimatort, wo seine Tochter ausharrt, wieder besser ist, antwortet er mit einer Mischung aus Verzweiflung und Resignation. „Die Da'esh sind wieder da, wie soll es dort gut sein?“

Dezember 2013, Cochem.

Awash Alsamou versucht so oft wie möglich, mit ihrer Tochter zu telefonieren – meistens nachts. Assia hat sich eine türkische Telefonkarte besorgt – so wie es viele Nordsyrer machen, weil das Handynetz im Land lahmgelegt ist. 

 

Die Mutter
Die Mutter

Awash Alsamou bekommt ihre Tochter Assia seltener zu sprechen, als sie es ertragen kann. Die schmale Frau wirkt in diesen Dezembertagen des Jahres 2013 traurig. Ihren zierlichen Körper hat sie unter einem dunklen Gewand versteckt. Das dünne, schwarze Kopftuch verdeckt ihre Haare. Sie hält ihre Hände zusammengefaltet an ihren Bauch – sie ist schwanger. Es wird ihr sechstes Kind sein. Inzwischen wohnen die Alsamous in einem anderen Haus in Cochem. Der Helfer und Übersetzer Nader Breijawi hat es gekauft, als es die Familie in Müden nicht mehr aushielt.

Awash Alsamou redet nicht viel. Und wenn man sie etwas fragen will, spricht man vorher mit ihrem Mann. So ist das im ländlichen Syrien, und so ist das auch bei den Alsamous. Wenn sie mit Assia telefoniert, geht es ihr erst besser und dann schlechter. Mohammad Alsamou sagt, dass seine Frau jeden Tag weint – wegen der verlorenen Tochter. Der Verlust von Assia hat sie verändert. „Wenn wir daran denken, dass wir und die Kinder hier sehr zufrieden sind, dann denken wir immer an sie“, sagt Awash Alsamou.

Während die Eltern Ende 2013 in Gedanken noch in Syrien, bei Assia, der Großmutter und dem Bürgerkrieg sind, erleben die Kinder in der Schule einen ganz anderen Alltag. Jihad schaut oft sehr ernst, manchmal verträumt und etwas nachdenklich. Seinem Bruder Badr fällt das Lächeln leichter. Manchmal grinst Badr auch aus Unsicherheit, wenn er nicht weiß, was er sagen soll oder wenn er einen deutschen Satz nicht richtig verstanden hat. Die beiden Alsamou-Brüder lieben Fußball. Wenn man Badr fragt, was hier in Deutschland anders ist als in Syrien, sagt er: „Hier spielen alle Fußball! Und in der Schule wird man nicht geschlagen.“

Die Kinder

„Oh das ist schwer. Bis du dir sicher, Badr?“, fragt Lehrerin Anne Kramer den lächelnden Jungen. „Nein“, sagt er. Aber ein Zurück gibt es nicht. Badr hat die 48 gewählt, und die 48 ist in dem Spiel zum Deutschlernen eine ziemlich schwierige Nummer. Hinter der Zahl versteckt sich nämlich eine Aufgabe – je höher die Zahl, desto schwieriger. „Sprich eine Minute lang Deutsch“, steht hinter der 48. Der 14-Jährige macht große Augen, lacht dann und beginnt: Er zählt auf, was sich alles in seiner Tasche befindet (drei Stifte, ein Heft und eine Federmappe). Er macht sogar Witze über seinen Bruder: „Jihad ist groß und dick“, sagt er. Alle müssen lachen, denn Jihad ist alles andere als groß und dick.

 

 

„Wir können den Kindern pro Woche zehn Stunden Migrationsunterricht geben – regulär“, erklärt Daniel Braun-Weberskirch, pädagogischer Leiter der Orientierungsstufe an der Cochemer Realschule. Schnell wurde klar, dass das nicht reicht. Die Schule hat innerhalb kurzer Zeit sieben syrische Kinder bekommen, die kein Wort Deutsch sprachen. Vier der zehn Migrationsstunden bekamen die Syrer. Der Rest ging an andere Kinder, die schon bessere Vorkenntnisse haben, aber trotzdem noch Hilfe beim Deutschlernen brauchen. Abhilfe fand sich beim Internationalen Bund (IB) Cochem. Der Verein stellte eine Honorarkraft ein und bezahlte einen Teil der notwendigen Stunden für die Kinder. „Man muss sich ja auch mal vor Augen führen, welches intellektuelle Potenzial sonst verschenkt würde“, sagt Jürgen Schlachter, Einrichtungsleiter des IB. Wohltätigkeitsklubs und die Kirche spendierten weitere Stunden, einige Lehrer der Schule brachten Unterrichtsmaterial wie Stifte oder Klebestifte mit. „Wir haben dadurch insgesamt 80 Stunden finanziert“, sagt Braun-Weberskirch. Doch bis zum Weihnachtsfest werden auch diese aufgebraucht sein. Inzwischen hat das Land Rheinland-Pfalz deutlich mehr Stunden Migrationsunterricht bewilligt – auch für die Realschule plus in Cochem.

Jihad wählt die Zahl 22. „Wann stehst du morgens auf?“ steht dahinter. Jihad ist aufgeregt. Er kennt die Antwort, aber es fällt ihm noch schwer, die Wörter richtig auszusprechen. „Um 6 Uhr 30 stehe ich morgens auf“, sagt er schließlich. Jihad lächelt. 

Januar 2014, Cochem.

Fast vier Monate ist es her, dass die Familie Alsamou in Rheinland-Pfalz strandete. Etwa eineinhalb Jahre ist es her, dass Awash Alsamou ihre älteste Tochter das letzte Mal gesehen hat. Nader Breijawi ließ sich bei der Caritas beraten, hatte Kontakt mit dem rheinland-pfälzischen Integrationsamt, forderte Unterstützung von der Cochemer Kreisverwaltung ein – und bekam sie –, er recherchierte im Internet und schrieb Dutzende E-Mails. An diesem 7. Januar 2014 scheint das Ziel, Assia Alsamou nach Deutschland zu holen, greifbar nah. Die Vorbereitungen laufen bereits. Sogar ihre Oma, Chadijeh Jasem, soll mit nach Cochem kommen. Assias Onkel, Isam Alsamou soll die Reise der beiden aus Syrien in den Libanon organisieren. Die Alsamous stehen kurz vor ihrem Ziel. Nur Kleinigkeiten müssen noch geklärt werden. Das Geburtsdatum der Großmutter fehlt noch. Dann wären alle Unterlagen beisammen, Assia könnte nach Deutschland kommen, und die Angst der Familie Alsamou würde ein Ende finden. Doch dazu wird es nicht kommen.

E-Mail von Nader Breijawi an den Mitarbeiter der Bundesregierung, 19. Januar 2014:

 

Sehr geehrte Herren,

 

heute hat mich die Nachricht vom Onkel des Mädchens Assia Alsamou erreicht, dass Assia sich um ihre alte Oma Frau Chadijeh Jasem weiterhin kümmern möchte und deshalb in dieser schlimmen Zeit nicht von dort ausreisen kann.

Die Eltern habe ich soeben darüber informiert. Sie sind sehr traurig und bedauern das Schicksal ihrer Tochter.

Ich danke Ihnen im Namen der Familie Alsamou für Ihre Bemühungen, Ihre Hilfe und für Ihr Verständnis für die Situation der Familie.

Die Familie Alsamou hofft sehr, dass der Krieg in Syrien bald aufhört, damit sie wieder in ihrem Land in Frieden leben kann.

 

Viele Grüße aus Cochem

Nader Breijawi

i.A. der Familie Alsamou

 

Assia kommt nicht nach Deutschland, die Behördenmaschinerie läuft aber noch, und so erreicht wenige Monate nach dieser E-Mail – im Oktober 2014 – Nader Breijawi die Nachricht, dass für Assia Alsamou ein Visum bereitliegt, welches ihr die Einreise in die Türkei erlaubt. Kurze Zeit später kommt eine weitere Bestätigung aus Beirut für ein Visum im Libanon. Ein deutsches Flugzeug soll sie von dort aus nach Rheinland-Pfalz bringen, in Sicherheit. Es soll die Angst der Alsamous endlich zurücklassen, in den Wolken, wo sie sich auflöst. So hätte es schon vor Monaten sein sollen, als die Alsamous in dem Hamburg-Airways-Flieger saßen und dem Bürgerkrieg entflohen. Doch so einfach ist das nicht.

Assia Alsamou hat sich dazu entschieden, bei ihrer Großmutter zu bleiben, gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit. „Es gab heftige Gefechte zwischen der Freien Syrischen Armee und den Da'esh. Sie konnten nicht weg“, erzählt Mohammad Alsamou später. Vielleicht hätte es Assia noch geschafft, in den Libanon zu fliehen, aber wahrscheinlich nicht ihre Großmutter. Assias Eltern sind bestürzt, eine Zeit lang haben sie nur noch wenig Kontakt mit ihrer Tochter. Der Krieg in Syrien hat Zwietracht in die Familie gebracht. Welten liegen zwischen Assia und ihrer Familie. Die Alsamous verfolgen den Krieg im Fernsehen und auf dem Smartphone. Sie sehen Bilder, die ihnen Verwandte und ehemalige Nachbarn aus ihrem Dorf schicken. Doch für Assia ist der Krieg kein abstraktes Ereignis, nicht nur eine Nachricht, die man liest und im Fernsehen verfolgt. In Syrien ist der Krieg ganz nah. 

November 2014, Cochem.

Das neue Leben in Rheinland-Pfalz gefällt den Alsamous mittlerweile besser. Das liegt auch daran, dass sie seit fast einem Jahr in dem Haus wohnen, das Nader Breijawi in Cochem gekauft hat. Die Nachbarn kennen die Alsamous; mit einigen Familien haben die Syrer regelmäßig Kontakt. 

 

Die Nachbarn

Eveline Dlugaiczyk lebt mit ihrer Familie im Haus gegenüber. „In so einem kleinen Ort fällt das auf, wenn jemand in unserer Straße einzieht“, sagt sie. „Die beiden Eltern waren eingeschüchtert. Und die Kinder – das war wirklich das Schlimmste: die traurigen Augen der Kinder am Anfang.“ Eveline Dlugaiczyks Augen werden feucht, ihre Stimme wird unsicher, dann verlässt sie den Raum.

„Im Winter sind die Kinder noch in Sandalen herumgelaufen. Ich habe dann bei der Arbeit nachgefragt und Kleidung besorgt“, erzählt Jens Dlugaiczyk, der aus Ostberlin stammt und bei der Bundeswehr arbeitet. „Man sieht die Kopftücher, und ich weiß ja, was in der Welt alles passiert. Das kommt immer näher, ist doch klar. Viele gucken halt weg. Aber die Welt ist grob genug. Solchen Leuten zu helfen, sollte das Normalste der Welt sein.“

Die Dlugaiczyks sehen die Alsamous fast jeden Tag, und sie helfen, wo sie können. Am Anfang, als die Alsamous nach Cochem zogen und noch vieles neu war, fuhren die Dlugaiczyks mit den Alsamous zur Cochemer Tafel, transportierten die Einkäufe und beantworteten geduldig Fragen, wenn die Alsamous Briefe bekamen, die sie nicht lesen konnten.

„Es kommen immer die Kinder, wenn etwas ist. Eine syrische Frau würde nie auf die Idee kommen, einen fremden Mann um Hilfe zu bitten“, sagt Jens Dlugaiczyk. Einmal kamen die Kinder mitten in der Nacht mit einem Wörterbuch in den Händen. Das war im Dezember 2013. „Die waren ganz aufgeregt. ‚Baby, Baby’ riefen sie, und da wusste ich, dass was mit dem Kind sein muss“, erzählt Eveline Dlugaiczyk und bekommt wieder feuchte Augen. Das jüngste Kind, Rabieh, war krank, es bekam nicht genug Milch, die Mutter hatte das beim Stillen lange nicht bemerkt. Die Dlugaiczyks riefen in dieser kalten Dezembernacht den Notarzt, auch Nader Breijawi, der Übersetzer, wurde informiert und fuhr mit ins Krankenhaus.

„Und heute? Wat is dat für ein hübscher Bengel jeworden. Hamm wa den nich jut groß bekommen?“, sagt sie zu ihrem Mann im original Berliner Dialekt. Jens Dlugaiczyk nickt ihr vom Sessel aus zu. 

Die Alsamous haben ihren jüngsten Sohn Rabieh genannt
Übersetzt heißt dieser Name "Frühling". Er soll für den Neuanfang in Deutschland stehen.
Januar 2015, Cochem.

Seit knapp eineinhalb Jahren wohnen die Alsamous nun schon in Cochem. Mutter Awash Alsamou trägt eine Röhrenjeans in Marineblau und eine helle Strickjacke. Routiniert legt sie ihren Sohn Rabieh auf den Schoß und gibt ihm die Flasche. Rabieh kam an einem Dezembertag 2013 in einem Krankenhaus in Mayen auf die Welt, rund drei Monate nachdem die Alsamous in Deutschland landeten. Fast eineinhalb Jahre leben die Alsamous in Rheinland-Pfalz, und mittlerweile hat der Knabe dicke, dunkle Locken und macht sich schon allein nach dem Mittagessen auf Mamas Schoß auf den Weg, um die Spielkiste im Wohnzimmer der Alsamous zu plündern.

Seine Mutter Awash lacht öfter als noch vor einem Jahr. Sie wirkt selbstbewusster, antwortet auf Fragen schneller als ihr Mann und gibt sich sichtlich Mühe, Gesprächen auf Deutsch zu folgen. Ruft man bei den Alsamous an, gibt Mohammad den Hörer an seine Frau weiter, die dann das Nötige auf Deutsch kommuniziert. Jeden Tag fährt sie mit dem Zug nach Koblenz und nimmt an einem Sprachkurs teil. Es ist gleichzeitig ein Alphabetisierungskurs. Awash Alsamou lernt die lateinische Schrift, bevor sie je ein Wort auf Arabisch schreiben konnte. „Der Sprachkurs in Koblenz tut ihr so gut. Es ist unglaublich, wie sie sich verändert hat!“, sagt ihre Nachbarin Eveline Dlugaiczyk. Awash spricht mit ihrer Nachbarin nur Deutsch. Es fällt ihr nicht leicht; oft sucht ihr Mund nach den richtigen Bewegungen, um die deutschen Vokabeln richtig auszusprechen.

In Syrien tobt der Krieg nun schon seit fast vier Jahren. Mehr als 200 000 Menschen wurden getötet. In Rheinland-Pfalz platzen die Flüchtlingsunterkünfte aus allen Nähten. Die ersten Flüchtlinge werden in Zelten untergebracht. In dem Haus in Müden brachte der Landkreis nach eigenen Angaben keine Flüchtlinge mehr unter. Badr und Jihad wollen in einen Fußballklub eintreten. Seit Monaten ist das ihr sehnlichster Wunsch. Bislang scheitert das Vorhaben an der fehlenden Mobilität: Das Training für ihre Altersklasse findet meistens nicht in Cochem, sondern in anderen Orten um Cochem herum statt. Jihad, das stillste der Alsamou-Kinder, macht die besten Fortschritte im Deutschunterricht. Mohammad Alsamou möchte demnächst einen neuen Integrationskurs beginnen. Den ersten Kurs kurz nach seiner Ankunft brach er nach der Geburt seines Sohnes ab, um sich um das Neugeborene zu kümmern. Außerdem will er sich um Arbeit bemühen, sobald sein ein Jahre alter Sohn Rabieh aus dem Gröbsten heraus ist. Awash Alsamou will weiter an ihren Deutschkenntnissen arbeiten. In letzter Zeit gelingt es ihr immer besser, die Sprache zu verstehen. Das motiviert sie sichtlich. Die sechsjährige Ruwaida bleibt noch ein Jahr im Kindergarten, bevor sie in die Grundschule kommt. Khawla, die im Herbst ihren 14. Geburtstag feiert, hat beschlossen, später Lehrerin zu werden – für Mathematik und Sport. Nader Breijawi hilft inzwischen fünf Flüchtlingsfamilien aus Syrien. Die Alsamous besucht er seltener. Ihm ist wichtig, sagt er, dass die Kinder vorankommen und Deutsch lernen. Sie haben echte Chancen auf eine bessere Zukunft in Deutschland, ist er überzeugt.

Assia Alsamou hat einen neuen Antrag gestellt. Sie möchte endlich zu ihrer Familie nach Deutschland kommen. Ob die Großmutter mitkommen kann, ist nach wie vor völlig offen.

 

შექმნილია  “ჯამპსტარტ ჯორჯიას” მიერ