Der E-Infarkt droht - Die kritische Masse der E-Mobility
Berlin

Jeder Anfang ist schwer. So auch der des jüngsten Zuwachses der Fortbewegungswelt, der E-Scooter. Mit dem selbsterkorenen Ziel, die Stadt autofrei zu machen und den letzten Kilometer zwischen Nahverkehr und Haustür zu überbrücken, sind die Anbieter Tier, Circ, Voi und Lime angetreten. Und Ihre, teils quietsch bunten, Tretroller habe es in sich. Knapp fünf Wochen nach dem Start wird eine erste Bilanz gezogen. Droht Berlin der E-Infarkt?

Seit dem 15.Juni hat die elektrische Variante des aus der Kindheit bekannten Tretrollers freie Fahrt auf deutschen Radwegen. Zwischen 6 und 20 km/h dürfen die Gefährte fahren. Einen Helm benötigen die Nutzer, die mindestens 14 Jahre alt sein müssen, nicht. Gehwege sind ebenso tabu wie Alkoholfahrten.

Babylonisches Roller Gewirr

Die vier großen Vermieter tummeln sich auf dem Berliner E-Scooter Markt und in den Straßen. Tummeln ist hier der richtige Begriff. Denn während die Einführung der Scooter in den Außenbezirken der Stadt kaum spürbar ist, wird das Straßenbild im Zentrum Berlins von den kleinrädrigen Gefährten dominiert.

Auch wenn sich die Anbieter selbst bezüglich der Scooter-Zahlen in Schweigen hüllen, sind laut radfahren.org circa 4800 Stück im Stadtgebiet unterwegs. 2200 davon allein in Berlin Mitte. Weitere 1500 verteilen sich auf die Stadtteile Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow-Prenzlauer Berg.

Angesicht der Konzentration auf diese verkehrsreichen Stadträumen, warnen der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und der ADAC vor den Risiken eines drohenden Verkehrsinfarkts und der Risiken. Der Ruf nach Nachbesserungen bei der Unfallprävention wird laut.

Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Verkehrssicherheitsrates, sagte gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass es eine breit angelegte Aufklärung notwendig sei. „Alle müssen wissen, wie man mit den Fahrzeugen fährt und wann welche Unfallrisiken bestehen“, so Kellner.

წყარო: Matthias Bögel
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Mehr Unfälle

Ein erstes Fazit der Berliner Polizei stützt die Forderung der Verbände. So kam es in den ersten vier Wochen seit Betriebsbeginn zu 21 registrierten Unfällen von denen 18 Unfälle durch E-Scooter verursacht wurden. Die Schwerverletzte und 15 Leichtverletzte stehen zu Buche.

Der Appell der Verbände ist deutlich. Vor Fahrtantritt soll sich der Nutzer Gedanken über die Route machen. Bei der Fahrt gilt es sich defensiv und vorausschauend zu verhalten, wenn der Roller auch als wendiges kleines Verkehrsmittel dazu verleite, so eine Sprecherin des ADAC.

Gleichzeitig gab es auch Lob. So sei die Aufklärung der Anbieter über die eigenen Apps bereits fester Bestandteil. Entsprechende Sicherheitshinweise und Empfehlungen seien bereits in die Apps integriert, so der ADAC.

Luft nach oben

So fällt das erste Fazit gemischt aus. Sowohl die Politik als auch Anbieter müssen nacharbeiten. Ein sinnvoller Verteilungsschlüssel für die Stadt muss das Ziel sein. In Punkto Sicherheit und Verhalten im Straßenverkehr bleiben auch die Nutzer und andere Verkehrsteilnehmer aufgefordert, verantwortungsvoll zu handeln. 

Mitte September will die Berliner Polizei erneut Bilanz ziehen. Dann kann eine belastbare Aussage getroffen werden, so ein Sprecher der Polizei. 

Berlin droht also noch nicht der E-Infarkt. Werden jedoch keine Lösungen gefunden, kann es zu unkontrollierten Ansammlungen von angebotenen E-Mobility Lösungen kommen. Dem Nutzer allein jedenfalls sollten man die Verantwortung für die Stadt nicht überlassen.

Ein Fazit in Bildern
შექმნილია  “ჯამპსტარტ ჯორჯიას” მიერ